Gebisse

Gebisse

Im Schulbetrieb ist eine einfach oder doppelt gebrochene Wassertrense das gängigste Gebiss. Da Pferde mit ihr besonders einfach trinken können, kommt auch der Name daher. Sie gelten (abhängig von der Reiterhand) als weiche Gebisse und wirken ohne Hebel. Wassertrensen wirken auf die Zunge, die bei starkem Zügelzug schmerzlich gequetscht wird.

Einfache Gebisse ohne verstärkende Hebelwirkung sind Olivenkopft- sowie Knebel- und Schenkeltrensen, die ein Durchziehen des Gebisses verhindern.

Stangengebisse sind das Pelham und die Kandare.

Die Anzüge, die beide besitzen, sind abhänging von der Länge des Oberbaums, die auf das Genick einwirken.

Mit vier Zügeln (zwei links, zwei rechts) werden sie geritten.

Alle Zügel beim Pelham sind ins Gebiss eingeschnallt.

Zusätzlich wird eine dünne Unterlegtrense zur Kandare verwendet. Eine Kinnkette, die auf den Unterkiefer einwirkt bei Zügelzug, ist bei beiden vorhanden. Bei vergleichsweise geringem Aufwand haben Stangengebisse eine viel größere Wirkung auf das Genick, Kinn und Pferdemaul, sodass nur fortgeschrittene Reiter mit einem sicheren, zügelunabhängigen Sitz sie verwenden sollten.

Sie dürfen keinesfalls als Notbremse für Anfänger auf unrittigen Pferden verwendet werden.

Es gibt Gebisse in verschiedenen Materialien wie Edelstahl, Eisen, Legierungen mit hohem Kupferanteil wie Aurigan (85%) und Argentan (65%), deren Oxidationsschicht, die süßlich schmecken, Pferde zum Kauen anregen soll, so wie reine Kupfergebisse, oder aber auch Kunststoffgebisse aus Gummi oder Nathe. Die Gebisse wirken je nach Bauart mehr auf Zunge, Laden, Gaumen oder in Verbindung mit dem Zaum auf das Genick und das Kinn.